Keine Firmewareupdates mehr bei TP-Link

#1
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#2

Dann müssen wir den Freifunk ja einstellen! Was sagt denn die aktuelle Regierung in NRW dazu? Die wollten das doch fördern?! Naja. Schade. War eine schöne Zeit!

Tschüss dann!

Obwohl… Ethernet ist ja nicht reguliert. Dann müssen die Services auf kleinen Computern abgebildet werden und das WLAN wird nur von WLAN Bridges aufgespannt. Geht ja auch. Bin gespannt, wann raus kommt, wer die Initiatoren dieser Regulierung sind und was deren Motive sind. Bestimmt das Kapital, dass die Kommunikation der Unterdrückten einschränken will. Der Klassenkampf kommt in eine neue Phase.

Das Kapital kann das eh viel besser: http://www.golem.de/news/5g-telekom-und-huawei-demonstrieren-rekord-datenuebertragung-1602-119211.html - Also bald. Viel schneller, und es geht sogar durch einen Menschen durch.

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#3

Anfang der weitergeleiteten Nachricht:

Von: LinuxtagEF Gast linuxtagef@gmail.com
Betreff: [WLANtalk] Entwurf - Petition w/ "Funkregulierung: TP-Link muss WLAN-Firmware sperren"
Datum: 18. Februar 2016 um 13:23:42 MEZ
An: wlantalk@freifunk.net, Mailingliste FFu Thüringen thueringen@freifunk.net, freifunk@erfurt.freifunk.net
Antwort an: Deutschlandweite Liste für WLAN Layer 8 = Diskussion und Austausch wlantalk@freifunk.net

Derzeit wird gerade eine Petition ProFreifunk diskutiert:
Quelle:


(Am Beginn dieser Unterhaltung ist ein pad verlinkt, da wir die Petition editiert.)

geschrieben von “Hamburg Anon”:

"…
Wie wäre es mit einer richtigen Petition @ http://bundestag.de ? Die andere Petitionen sind schön und gut, verpflichten aber zu gar nichts.
Vorschlag für eine Petition, bewusst kurz und knapp gehalten, um $Mensch nicht zu langweilen und ausreichend Unterstützer_Innen zu bekommen:

Petition:
Wir fordern, dass der Deutsche Bundestag die Funkregulierung, die mit EU-Richtlinie RICHTLINIE 2014/53/EU "über die Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Bereitstellung von Funkanlagen auf dem Markt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/5/EG"  einhergeht, ablehnt. Wir halten die Funkregulierung und ihre Folgen für einen Angriff auf freie Software. Wir sehen durch die Funkregulierung das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme bedroht.

Der Deutsche Bundestag möge die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie einzusetzen.

Begründung:
Es wäre technisch möglich, die Funkparameter von anderen Treiber- und Systemfunktionen zu trennen. Damit könnte man der EU-Richtlinie gerecht werden und würde weiterhin freie Software auf funkenden Geräten ermöglichen. Die meisten Hersteller jedoch bieten schon jetzt keine freien Treiber an [0]. In Zukunft werden diese Hersteller also eher freie Software von ihren Geräten aussperren [1] als freie Treiber zu veröffentlichen. Dies bedeutet, dass dank dieser EU-Richtlinie freie Software auf funkenden Geräten (z.B. WLAN-Routern, aber auch Mobiltelefonen) bald der Vergangenheit angehört.

◦Nur mit freier Software kann es auch dann noch Sicherheits-Updates geben, wenn der Hersteller sich nicht mehr für seine Hardware interessiert.
◦Dank freier Software kann man ältere, vom Hersteller nicht mehr unterstützte Hardware, wieder nutzbar machen.
◦Nur bei quelloffener Software kann ein_e Nutzer_in überprüfen, ob Hintertüren in die Software eingebaut werden.
◦Nur mit freier Software können Nutzer_Innen das Verhalten ihrer Hardware an ihre eigenen Zwecke anpassen oder den Funktionsumfang der Hardware sogar erweitern.

[0] http://www.heise.de/netze/meldung/Funkregulierung-Angriff-auf-alternative-Software-2803189.html
[1] Oder fangen schon heute damit an. Siehe aktuelle Meldungen bezüglich Tp-Link

…"

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#4

Das kam gerade über Freifunk München rein.

http://ml.ninux.org/pipermail/battlemesh/2016-February/004385.html

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#5

Noch eine Text aus München.

Von: muenchen [mailto:muenchen-bounces@freifunk.net] Im Auftrag von David Weisgerber
Gesendet: Freitag, 19. Februar 2016 00:24
An: muenchen@freifunk.net
Betreff: Re: [FFMuc] TP Link muss Firmware sperren

Hi,
Ich kann das Dokument auch nochmal am Wochenende mir anschauen. So viel ist es nicht, hab schon längere Normentexte gesehen :wink: Ich werde auch nochmal schauen ob man die Konformität selbst erklären kann (oder ob ein Audit erforderlich ist).

Nochmal grundsätzlich: Bei Normen geht es immer um Fragen der Haftung und Gewährleistung. Du kannst auch ein Gerät auf den Markt bringen was der Norm nicht entspricht. Deswegen verstößt du nicht gegen Gesetze und das Gerät ist deswegen auch nicht illegal. Wenn durch dein Gerät allerdings Schaden entsteht, dann bist du dafür haftbar (außer du kannst nachweisen, dass dein Gerät nicht für den Schaden verantwortlich ist).
Konstruiertes Beispiel: TP-Link verkauft einen Router und ein Benutzer stellt es so ein (ohne das Gerät jetzt zu hacken), dass am Flughafen der Funkverkehr gestört wird und ein Flugzeug abstürzt. Wenn TP-Link sich nachweislich an die Normen gehalten hat, so werden sie wohl nicht für den Schaden haftbar gemacht werden.
Deswegen ist das, was TP-Link macht auch nicht böse, sondern das einzig
richtige: Sie sichern sich ab, dass sie nicht für Schäden aufkommen müssen, die durch ihre Geräte entstehen.
Eine Norm wird übrigens meistens durch die Industrie erarbeitet und soll den Stand der Technik darstellen.
Bei Medizintechnik ist das natürlich noch wichtiger; Geräte und Software sind nie perfekt und du möchtest nicht deine Firma schließen müssen, weil eins deiner Produkte nicht perfekt funktioniert. Wenn du die Norm einhältst ist aber garantiert, dass dein Medizinprodukt zumindest auf dem Stand der Technik ist (“besser geht es eben nicht”).

So ist übrigens dann auch (16) und 3i) zu verstehen. Der “Inverkehrbringer”
(also derjenige der das Gerät auf den Markt bringt) soll dafür Sorge tragen, dass an seinem Gerät durch eine Änderung an der Software kein Zustand erreicht wird, der dann außerhalb der EMV-Normen liegt. Auf Deutsch: Dem Benutzer darf es nicht durch einen einfachen Eingriff möglich sein die Sendeleistung über 100mW zu bringen oder eine Frequenz zu wählen, die im Verwendungsland nicht verwendet werden darf. Du schreibst unten schon warum, dass in die Norm aufgenommen wurde: In EU und USA gibt es Frequenzen die in einer Region zulässig sind und in der anderen nicht. Damit man beide Märkte mit derselben Hardware versorgen kann wurde die Limitierung in die Software eingebaut. Um nicht doch die falsche Frequenz verwenden zu können soll eine Änderung der Software, die eine falsche Frequenzwahl möglichen machen würde, ausgeschlossen werden.

Übrigens: Ja, wenn jemand gewerblich Router abändert (also neue Firmware
aufspielt) und als Freifunk-Router auf dem Markt bringt, dann ist er hier der “Inverkehrbringer” (was du als Hersteller bezeichnest). Dann sollte er auch die Norm einhalten (tut er bei einem Freifunk-Netz vermutlich). Also sehe ich da erstmal keine juristischen Probleme auf den Freifunk zukommen.
Durch das Aufspielen der Freifunk-Software arbeitet das Gerät erstmal genauso konform wie mit der Original-Firmware. Die Freifunk-Software sollte aber (wie in der Norm beschrieben) Dritte davon abhalten, die Software so zu ändern, dass sie eben nicht mehr konform läuft…

Viele Grüße,
David

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#6

Hat schon jemand gefunden, wo in der Richtlinie die Blockade besserer Firmware verlangt wird?

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#7

Es gibt keine Forderung nach der Blockierung anderer Firmware. Der Hersteller muss nur eine Leistungs- oder Frequenzänderung des Funkmoduls verhindern.
Die Hersteller werden es sich aber einfach machen und einfach die Änderung der Firmware verhindern.

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#8

Um besser oder schlechter geht es doch gar nicht. Es geht u.a. darum, daß die Sendeleistung nicht zu hoch eingestellt werden kann. Mit “besserer” Firmware geht das, also wird die Installation blockiert. Weil es am einfachsten ist.

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#9

OK, streiche das “besserer”. Die Frage ist: Wo steht das?

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#10

Das ein Firmwaretausch blockiert werden soll/muß steht nirgens. Es ist für die Firmen aber einfacher und billiger als irgendwas an der Hardware zu verändern.

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#11

Wie Dippy sagte: Es wird nirgendwo verlangt.

Die entsprechende EU Richtlinie, die noch nicht in nationales Recht übersetzt wurde, findest du hier:
http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX%3A32014L0053&from=EN

Wenn du “die Stelle” findest kriegste ne Mate von mir.

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#12

TPLinks Antwort auf FB:

TP-LINK So, einmal alles auf Anfang!
Nach interner Prüfung hat sich Folgendes ergeben: Als Reaktion auf die neue Funkregulierung der EU und von Nordamerika bringt TP-LINK Produkte mit länderspezifischer Firmware auf den Markt. Die länderspezifische Firmware ist gesetzeskonform mit den jeweils vorherrschenden Funkrichtlinien. So sind bei der Firmware für den deutschen Markt die hierzulande erlaubten Sendeleistungen und WLAN-Frequenzen ab sofort voreingestellt. Unsere Firmware-Versionen BASIEREN WEITERHIN AUF OFFENEM QUELLCODE - hier hat sich nichts geändert! Auch die Hardware bleibt unverändert. TP-LINK übernimmt keine Garantie für Geräte mit alternativer Firmware.

Quelle: https://www.facebook.com/TPLINKDE/posts/1113800052004603?refid=18

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#13

In Artikel 3 Absatz 3 i steht:

“Sie unterstützen bestimmte Funktionen, mit denen sichergestellt werden soll, dass nur solche Software geladen werden kann, für die die Konformität ihrer Kombination mit der Funkanlage nachgewiesen wurde.”

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