Offenes LPWAN unter Freifunk Label? Was denkt ihr?


#1

Continuing the discussion from Wir bauen ein "Freies LPWAN Münster":

Wie ihr ja vielleicht gesehen habt gehe ich gerade auf der Idee ein offenes Netzwerk für “Connected Objects” auf 868Mhz aufzubauen steil.

Ich beschäftige mich beruflich etwas mit solch propriäten Netzen und war hochentzückt einen Community Effort zu finden der wie ich finde größtenteils Freifunk kompatibel ist.

Hier das The Things Network Manifest:

Für mich ist es ziemlich natürlich dies auch unter der Freifunk Flagge zu fahren.
Es halt nur kein WLAN. :wink:

Der Vorteil das unter der Freifunk Flagge zu machen sehe ich darin das Freifunk eine “etablierte Marke”, da Leute rumlaufen die für die Idee bestimmt empfänglich sind und es Infrastrukturen gibt. So benötigen TTN Gateways ein Backhaul was man gut über Freifunk machen könnte. Andersrum ist es super um damit für die Bewegung Lärm in der Presse zu machen.

Mangels eines besseren Vorschlag würde ich das “Freifunk TTN” nennen.

Nun meine Frage an euch:
Seht ihr das ähnlich? Oder gibt es Gründe das strikt zu trennen?


#2

Ich selbst kann damit wenig anfangen, was aber nicht heißt dass in unseren Kreisen welche zu finden sein werden, die die Idee (was auch immer dahinter steckt) gut finden.

Allerdings würde ich den Namen “Freifunk” nicht damit verwässern wollen. Es ist für “die da draußen” schon schwierig genug zu wissen, was denn der “Freifunk” so ist. Also ein Provider oder einer der DSL-Anschlüsse verteilt. Das sieht man immer wieder an Fragen wie: “Dann hätte ich gerne Freifunk und würde das gerne bei euch bestellen.” Dann noch zu erklären, dass Freifunk und [Freifunkähnlicher Name] etwas anderes machen, ist dann sicher zu viel des Guten.

BTW: Erklär mal kurz in deutsch, was das sein soll, was das macht oder was das Ziel sein soll.


#3

Ich versuchs mal:

  • Ein offenes Netzwerk in dem Daten übertragen werden
  • Über größere Entfernungen und mit sehr geringer Geschwindigkeit
  • Gedacht für (batteriebetriebene) Sensoren und Aktoren, aka “Internet der Dinge”

#4

Was hälst Du von “Sensorfunk”?
Und es spricht ja nichts dagegen, wenn sich die gleichen Leute wie beim Freifunk damit beschäftigen?!


#5

Imho verstehen die Leute unter “Freifunk” ein freies WLAN, IoT Dinge passen zu dem Namen nicht ganz. Ein daran angelehnter aber eigener Name scheint mir sinnvoller. Sensornetz ist doch schon mal eine Idee.


#6

Hi,

ich finde Freifunk gut, wenn es irgendeine Art Meschfunktionalität gibt. Das ist die primäre Funktion, die wir bei Freifunk rüberbringen wollen. Da ich mich mit der Technik noch nicht beschäftigt habe, kann ich das nicht beurteilen.

Klingt spannend, Fragen wären

  • Was kostet so ein Sender bzw. Accesspoint?
  • Braucht man eine Lizenz wegen des Funkbands? Bzw. kann da jeder mitmachen?
  • Reichweite? 800 Mhz dürfte gut durch Gebäude durch gehen
  • Meschfunktionalität?
  • Kann man sich ohne Anmeldung verbinden, wie bei Freifunk auch?
  • Welchen Durchsatz schafft die Technik eigentlich?
  • Stromverbrauch?
  • Anschaffungspreis?
  • Gibt es Sensoren die ich fertig oder als Bausatz für < 100 € kaufen kann, mit denen ich was tolles tun kann?

Vielleicht hättest du Lust am Mittwoch einfach mal einen Kurzvortrag zu halten, der diese Fragen beantwortet?

Ich denke, dass wir uns gerade mit Projekten etwas übernehmen. Die Dachstationen sind noch nicht ansatzweise fertig.

Grüße
Matthias


#7

Wie eben geschrieben, möchte ich mich mehr mit dem Thema beschäftigen, bevor ich einer “Adoption” zustimme.

Was ich mir vorstellen kann, und damit sind wir ja in der Vergangenheit eine Ebene höher ganz gut gefahren, ist die Bezeichnung “Projekt” (Im Sinne von <<<Freies LPWAN Münster> ist ein Projekt von Freifunk Münster>> ). Dann hat das LPWAN immer noch die Möglichkeit von Freifunk zu emanzipieren, wenn mehr Leute dazu stoßen, die sonst an Freifunk nicht so das Interesse haben.

Desweiteren sollte da dann noch abgegrenzt werden, was die TTN Community ist und wie sie sich bezeichnet.


#8

Meine primäre Motivation ist halt eine Situation herbeizuführen in der die Stadt staunt und das mit dem Freifunk Label assoziiert ist. Das hilft nämlich.


#9

Was kostet so ein Sender bzw. Access Point

zwischen 1600€ und 200€. Ich löte gerade etwas auf Basis von Raspi3, kommt dann so auf 260€ mit Antenne und Gateway RF Frontend. Man braucht davon ja nicht viele.

Braucht man eine Lizenz wegen des Funkbands? Bzw. kann da jeder mitmachen?
Keine Lizenz nötig. Das ist ein lizenzfreies aber reguliertes ISM Band.

Reichweite? 800 Mhz dürfte gut durch Gebäude durch gehen

Ja nachdem wen du fragts. Müssen wir ausprobieren :slight_smile:
LOS 5km Urban vielleicht 50% davon real. 15km auf dem Lande.
SIGFOX’ Rekord liegt bei 150km in der Antarktis :sunny:

Meschfunktionalität?

Point to Point & Multicast ist vorhanden.
Mesh nicht im Standard, da für LPWAN ziemlich ungeeignet. Grund:
Alle Stationen müssen dann immer lauschen - was zuviel Strom verbraucht.
Der Ersatz für Mesh ist halt die Reichweite.

Kann man sich ohne Anmeldung verbinden, wie bei Freifunk auch?
Jein. Das Gerät muss dem Internet-Gateway (also zb TTN oder was wir selbst fahren würden) bekannt gemacht werden, das ist aber einfach möglich. Darüber dann “Over The Air Activation”. Danach roamt das Modul wie es möchte.

Welchen Durchsatz schafft die Technik eigentlich?

0,3 - 22kBps. Aber das Band ist reguliert d.h. das eine Station maximal 1% der Airtime belegen darf. Rechne mal mit 500 Byte/Stunde \o/

Stromverbrauch?

Minimal, dafür ist diese Technik entwickelt. Ein paar Jahre auf Batterie.
Das IMST Modul (=ein RF Frontend und ein 32 Bit ARM)
118 mA senden
11 mA empfangen
<1,8 μA schlafend mit RTC an

Anschaffungspreis?

20€ für ein RF Modul + MCU als Einzelstück.
Adafruit Feather (=Arduino + LoRaWAN RF) kostete so 40$.

Gibt es Sensoren die ich fertig oder als Bausatz für < 100 € kaufen kann, mit denen ich was tolles tun kann?

Siehe oben, Adafruit Feather (https://www.adafruit.com/products/3078) wäre ein Beispiel. Viele Module gerade in Entwicklung, so auch ein MicroPython Variante (https://www.kickstarter.com/projects/1795343078/lopy-the-lora-wifi-and-bluetooth-iot-development-p/description). Ich habe gerade ein paar Moteinos zum Spielen bestellt: https://lowpowerlab.com/shop/MoteinoMEGA


#10

Magst du mal einen Artikel im Wiki zu dem Thema anlegen? Alle Infos die wir hier im Artikel erhalten haben gebündelt an einem Platz wäre sehr schön hilfreich. :relaxed:


#11

Ich finde die Idee gut. Auch kann es gerne unter Freifunk laufen, da das Freifunk ja das Gateway zum Ablesen der Werte per PC/Notebook/Server oder was auch immer ist.
Ich möchte nicht bremsen. Aber bitte denkt auch an die noch offenen Freifunk-Punkte wie die Dachstationen. Damit das Sensor-Netz gut angesprochen werden kann, macht ein solides Freifunk Sinn.


#12

Wie bereits mit @Jannis @LostInCoding und @kgbvax besprochen: Das können wir nicht ohne die Code for Münster-Dudes und Dudines machen.


#13

Lad die mal nächste Woche ein :wink:


#14

Ich denke, wir sollten deren Treffen am nächsten Mittwoch, 1. Juni 2016 um 18:30 Uhr im drei:klang einfach mal DDoSsen. Haben schon viel zu lange nicht mehr geschnackt.

Dann können wir unsere Klassenfahrt am Mittwoch, 15.06.2016 nach Enschede planen.


#15

Hab so gut wie keinen Plan von der Materie. Aber als Service im Freifunknetz hört sich das recht sexy an.