TP-Link 1043: Wifi-Signal verschwindet


#1

Hallo zusammen,

ich möchte Euch von einem Phänomen berichten, das mich heute dreieinhalb Stunden gekostet hat.

Heute habe ich an einem Standort, an dem bislang nur ein einzelner 1043V3 werkelte, zwei weitere Knoten (1043v4) installiert. Die Knoten haben sich per Kabel untereinander und mit dem Gateway vermesht. Allerdings konnte ich von den neuen Knoten kein Wifi-Signal sehen. Wifi war aber aktiviert, die LEDs haben ganz normal vor sich hingeblinkt. Aber es kam kein Wifi raus. Und ohne Wifi hat Freifunk irgendwie nichts…
Die eingestellten Parameter passen alle. Ein Upgrade von 2.4 auf 2.5 brachte keine Besserung. Factory Image (2.4) flashen brachte ebenfalls nichts. Ein vierter Knoten, den ich rangeholt habe, zeigt das selbe Problem. Den habe ich per Flash dann schlussendlich auch noch mal eben gebrickt.
Nach 2 Stunden Gebastel vor Ort aufgegeben und nach Hause gefahren.
Den gebrickten Knoten konnte ich hier per tftp wiederbeleben. Und siehe da, das Ding sendet ein Wifi-Signal!

Und jetzt kommts:
Als Schuss ins Blaue habe ich auf den Knoten den Wifi-Kanal von 1 auf 5 umgestellt. Und auf einmal sehen die sich genseitig per Funk! Und Clients buchen sich da auch ein!
Gegentest:
Wifi-Kanal wieder auf 1 gestellt:
Wifi-Mesh ist weg. Clients an den 1043v4 sind weg, am 1043v3 bleiben die Clients.
Wieder auf Kanal 5: Nach wenigen Sekunden ist alles wieder da.
Das Ganze ist beliebig oft reproduzierbar.

Ich habe den Verdacht, das es in den Chips oder Treibern eine “FCC”-Funktion gibt, die unter irgendwelchen Bedingungen das Funksignal abschaltet. Und auf den 1043v4 scheint das empfindlicher zu sein, als in den 1043v3.

Ein ähnliches Problem passt auch dazu. An einem anderen Standort haben sich die Leute mal beschwert, das immer wieder (alle paar Minuten) das Funksignal verschwindet. Da hatte ein Tausch der Knoten gegen neue Hardware genau gar nichts gebracht. Seit dem ich da den Funkkanal umgestellt habe, habe ich nicht mehr von Beschwerden gehört.

Ich weiß, mit Kanal != 1 klappt das potentielle Vermeshen mit den Nachbarn nicht mehr. Und das ist so den FF-Regeln nach nicht gewollt. Aber was hilft es, wenn auf Kanal 1 die Knoten nicht funken wollen?

Ich weiß: wäre heute der 1. April, würdet Ihr glauben, das ich Euch einen aufbinde.


#2

Bitte mal hier ein Issue aufmachen, damit das auch die Gluon-Entwickler erreicht und das genauer untersucht werden kann. Klingt nach einem Bug.

Edit: Hab’ mal selbst eins aufgemacht (https://github.com/freifunk-gluon/gluon/issues/1110). Kannst du mal die Ausgabe von dmesg liefern, nachdem du auf dem betreffenden Knoten von Kanal 1 auf 5 und wieder zurück gewechselt hast?


#3

Hallo @PeterB

danke für deinen Bericht. Werde ich ab sofort im Hinterkopf haben, falls ich mal in der gleichen Situation sein sollte.

Der Tipp einen Issue zu starten ist nicht schlecht. Interessant wäre natürlich auch, ob irgendwas im Log zu sehen ist, wenn der Knoten sich selbst das WLan deaktiviert.

Schönen Abend


#5

wird die 2.5.0 bereits in experimental/Beta Zweigen herausgespielt?


#6

Danke @Handle,

den Issue habe ich dann mal etwas gefüttert. :slight_smile:

Schönen Abend noch!


#7

Hallo Peter,

danke für deinen Bericht. Leider fehlt uns hier in Münster etwas die Erfahrung, bei der Gluonentwicklung wirklich mitzumischen. Daher ist das Issue dort besser aufgehoben. Und dort fließen eventuelle Verbesserungen dann auch direkt ins Gluon ein.

Ich bin gespannt, was rauskommt. Bisher sieht es danach aus, als ob du da einfach eine ziemliche Störung auf dem Kanal in dem Haus hast. Stehen dort eventuell schon viele Freifunkrouter?

Nein, die ist nur zum Wechsel der IP-Bereiche und wird vermutlich nur für die Domänen kommen, wo die IPs knapp sind.

Grüße
Matthias


#8

Hallo @MPW,

bis gestern stand da nur ein einziger Freifunkrouter.
Im Moment tippe ich auc auf eine Störung in der Funkfrequenz. Mich irritiert aber, das die Freifunk SSID der 1043v4 Router da überhaupt nicht sichtbar ist, auch nicht in direkter Nähe. Vielleicht schweigt der Sender, solange ein gewisser Rauschpegel ansteht. Die verschiedenen Airtime-Werte liegt bei den Knoten übrigens bei 0%.
Ich werden den Noiselevel mal in mein Grafana aufnehmen. Ich habe das Gefühl, das ich das in den nächsten Wochen noch gut gebrauchen kann.

Gruß,
Peter


#9

Hast du eine FritzBox über? Die aktuelle Firmware kann glaub Störungen (auch nicht WLAN) anzeigen. Die kann man so ein bisschen als Frequenzanalyser missbrauchen.


#10

Die Fritzboxen zeigen das aber nicht wirklich besser an. Man kann sich die Auslstung des aktuellen Kanals für die letzten Minuten anzeigen lassen. Und pro Kanal kannst Du sehen, wieviele weitere Netze sich da tummeln.
So wirklich weiter bringt mich das nicht. Ich denke, DAS es da ein Störsignal gibt, steht ausser Frage.

Mir stellen sich im Moment folgende Fragen:

  • Scheinbar schaltet sich der Funksender bei einem gewissen Störpegel aus. Wie stark muss die die Störung/der Noiselevel sein, damit das passiert?
  • Wie kann man das überwachen? Vermutlich über den Noiselevel aus iwinfo. Ich werde mir den mal in mein icinga/grafana einhäkeln. Vielleicht sind ausser den beiden Stellen, die ich bislang kenne, jetzt oder in Zukunft noch weitere betroffen. Für eine Bewertung wäre allerdings die Kenntnis um den kritischen Noiselevel wichtig.
  • Wie kann ich den Verursacher am besten ausfindig machen?
    Bei andauernden Störern könnte man nacheinander die Stromkreise im Haus abschalten und dabei den Störpegel beobachten. Das ist bei einem Bürogebäude aber eine ausgedehnte Nachtaktion. => Nicht so witzig.
    Gibt es USB-Wifi-Sticks für Windows oder Linux mit externem Antennenanschluss, denen man den aktuellen Störpegel (z.b. mit iwinfo) entlocken kann? Mit gebastelter Richtantenne für 2.4GHz und Notebook liesse sich dann evtl die Störquelle anpeilen. (Bei Richtantenne natürlich den Sendepegel entsprechend runterregeln…)

#11

Obwohl der Atheros-Treiber quelloffen ist, hat meines Wissens nach nur derjenige, der den geschrieben hat, wirklich Plan davon. Ich komme gerade nicht drauf, ist aber auch jemand aus Deutschland meine ich.

Gegenfrage: Welche Chipsätze können das? Ich hab einen USB-Stick mit externer Antenne von Ralink für 3 € von eBay-China. Und einen mit Atheros-Chipsatz, allerdings ohne externe Antenne.


#12

Gute Frage. Könntest Du den China-Stick mal an eine Linux-Box anstecken und per iwinfo befragen? Wenn da ein Noise-Level rauskomme, der sich je nach Situation ändert, ist die Wifi-Wünschelrute ja schon halb fertig. An eine Richtantenne ist ran zu kommen. Ggfls bau’ ich mit eine. :slight_smile:


#13

Ich hätte erwähnen sollen, dass die Antenne bei dem Ding abgebrochen ist…


#14

Stimmt, das ist etwas hinderlich… :wink: