Netzabschaltung 21.03.2019


#1

Liebe Freifunk-Community,

der Freifunk Münsterland schließt sich der Wikipedia-Abschaltung am 21.03. an. Von 0 Uhr bis 23:59 Uhr wird unser Netz abgeschaltet sein.

Zwar geht es beim Gesetzentwurf bei den Umstrittenen Artikeln 11 und 13 nicht um Netzwerkinfrastruktur, wir möchten jedoch auf die bereits an vielen Stellen diskutieren Probleme aufmerksam machen.

Sofern ihr Freifunk-Router die aktuelle Firmware verwendet, wird dieser an dem Tag also nur „FF-Offline“ anzeigen.

Viele Grüße
Euer Freifunkteam


hat dieses Banner erstellt, . Es wird oberhalb jeder Seite angezeigt, bis es vom Benutzer weggeklickt wird. #2

#3

Das ist eine sehr bedauerliche Entscheidung und ich halte sie für verkehrt. Es trifft die am stärksten, die solche Aktionen am wenigsten gebrauchen können, so zum Beispiel die Bewohner der Flüchtlingsheime, die mit Freifunk versorgt werden. Erwarten wir von denen, dass sie sich deshalb an ihren zuständigen EP-Abgeordneten wenden? Glauben wir denn, dass die Leute in der Fläche den Zusammenhang zwischen Netzabschaltung und den Art. 11/13 überhaupt mitbekommen?

Meines Erachtens ist das völlig kontraproduktiv. Außer der kleinen Gruppe aktiver Freifunker wird so gut wie niemand den Zusammenhang erkennen können. Meines Erachtens schadet man dem Projekt damit unnötig und ohne das es einen großen Nutzen hat.


#4

Hi @jotzt,
wir sind noch mitten im wöchentlichen Treffen und der Diskussion.
Es wird umfangreiche Information über Homepage, Facebook, Presse etc. geben.
Details kommen noch. Wie gesagt. Wir sind noch mitten in der Tagesordnung.


#5

Im großen Forum gab es dazu ja auch eine Diskussion.

Demonstrationen blockieren auch Straßen und somit öffentliche Infrastruktur. Derjenige, der schnell irgendwo hin möchte, kann das auch überhaupt nicht gebrauchen.

So funktioniert Protest aber nun mal.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass manche echt den Untergang des Internets prophezeien, dann aber so eine Maßnahme für übertrieben halten. Entweder man will wirklich ein Zeichen setzen oder halt nicht.

Wir wollen eine informierende und begleitende Kampagne machen.

Wenn du mit Domäne 36 nicht mitmachen möchtest, teile uns das mit. Dann können wir da den Tunneldigger aktiviert lassen.

Grüße
Matthias


#6

Finde die Aktion gut. Vielleicht sollte doch eine Fangseite eingerichtet werden? Sonst bekommen doch viele nichts von der Intention mit und gehen nur davon aus, dass Freifunk nicht funktioniert.


#7

Ich sehe das genau so wie @jotzt. < 80 % der Menschen die Freifunk nutzen, werden das nicht verstehen. Wie auch…viel zuwenig Informtionen. Man sollte Freifunk nicht als Druckmittel benutzen. Eine Idee von Freifunk war auch immer es dezentral zu Organisieren, damit nicht einfach einer es abschaltet. Das wird auch immer wieder zum Thema Freifunk auf Präsentationen gesagt.

@dippydipp sagt immer das Freifunk wie ein digitales Glas Wasser ist, welches man jemanden anbieten kann. Jetzt entscheiden wir ob jemand etwas zutrinken bekommt :frowning:

Das kippt nur wieder Wasser auf die Mühlen von Menschen die sich gegen Freifunk aussprechen…Ich höre schon Stimmen diese sagen: Ihr schaltet das Netz doch einfach aus wenn ihr wollt. Was ist das nächste? Vieleicht jeder Freitag für fridays for future…

Ich möchte mich hiermit gegen die Idee aussprechen Freifunk abzuschalten, was aber nicht bedeuten soll das ich grundätlich gegen Proteste bin. Proteste haben für mich immer etwas mit erklären, darlegen zutun. Das fehlt hier.


#8

Ich schwanke zwischen “finde ich super” und “naja, irgendwie überzeugen mich die Argumente von @prototyp doch sehr”.

Also wenn man so etwas macht sollte man vielleicht, das FF-Netz laufen lassen und alle Anfragen ins Internet (per Browser) auf eine Infoseite lenken. Zu allen anderen Maßnahmen der Information. Das wäre das mindeste.
Anonsten ists für mich auch OK, das Netz einfach laufen zu lassen und den Kritikern keine Chance zu geben.


#9

Mich hat’s auch so bisschen überrascht, weil Freifunk nunmal für alle da ist. Die o.g Argumente sind nicht ohne. Aber da wird es sicher viele Leute geben, die einfach das Freifunk am laufen haben und erst durch aktives auffallen (funktioniert nicht) merken, dass was kaputt ist (eigentlich ja nicht…)

Denen, die davon nichts wissen, wird es ggf. relativ wenig interessieren, was da sonst im Hintergrund läuft. Es gibt auch Leute die sagen "das muss einfach laufen, funktionieren wie auch immer, über den Rest mache ich mir keine Gedanken. Und wenn dann sowas wie Abschaltung kommt, sagen sie sich “wie das läuft nicht oder die schalten ab?” dann ist das nichts für mich ich hole mir was anderes.

Einige haben keine Mail hinterlegt, die Zeitung wird sicher nicht auf ihrer Titelseite schreiben “Freifunk protestiert mit”? Vielleicht wenn’s drauf ankommt einen nicht sofort auffindbaren Artikel?

Wikipedia gibt ja die Information das “Warum” noch direkt auf dem Wege, was Freifunk nur mit einer Vorschaltseite könne.

Ein sichtlicher Kompromiss wäre sicher eine Vorschaltseite, evtl ohne Zugang, oder aber man könne sich dann doch den Zugang freigeben (weiß nicht wie aufwändig sowas ist…)

Natürlich nimmt man dann einen erheblichen Komfort, aber das ist ja nur für einen Tag… und die Information kommt wohl eher an und man kann notfalls immer noch rein…


#10

Die Idee ansich damit auf die beiden Artikel deutlich hinzuweisen finde ich auch gut,
im ersten Moment als ich das gelesen hatte war ich auch davon überzeugt das es eine gute Idee ist, bin eigentlich auch weiter dafür. Allerdings muss man es schaffen hier alle die es nutzen abzuholen und zu informieren, z.b. durch anschreiben aller Knotenbetreiber, anschreiben der Kontakte aus dem Ticket System, Infos auf diversen Medien.
Das ganze kann sonst tatsächlich nach hinten losgehen und als “willkürliche” Abschaltung eines großen Netzes zu massiver Kritik führen.
An diesem Punkt könnte es sogar besser sein eine Vorschaltseite einzubauen, oh ja das böse Wort… dies verstößt zwar gegen das PPA sperrt aber die Endnutzer nicht vollkommen aus.


#11

Ich find’s gut auch wenn die Einwände auch nachvollziehbar sind.
Zum Wording: Ich würde das nich “Netz abschalten” nennen, das ist es nicht.
Wir schalten die Gateways ab. Das dies für die meisten Nutzer auf dasselbe hinausläuft, steht auf einem anderen Blatt.

Ich grübele auch darüber nach wie man statt “aus” die Technik nutzen könnte um auf das Anliegen hinzuweisen. Ich vermute mal ihr habt das auch überlegt? Konnte ich dem Protokoll nicht entnehmen. Wenn ihr noch “Hönde” braucht, wo denn?


#12

Ich finde die Demo gut. Schade nur, dass keiner bemerken wird worum es geht, sondern nur ein Tag, an dem Freifunk nicht funktioniert, und die Anwender nicht wissen warum.

Statt „digitalem Glas Wasser“ und „freiem Wikipedia“ gibt es dann also nur noch die Provider, denen Latte ist, ob das Internet frei ist oder nicht, solange die ihr Geld bekommen, und Youtube, die die Upload-Filter halt umsetzen werden. Sinniger fände ich bei Wikipedia bei jedem Klick einen Hinweis zu machen, und bei Youtube. Aber wenn Youtube/Googel-Suche/Facebook das machen würde, dann gäbe es aus der Politik gleich das „politisch“ Einmischen und „das Unternehmen gehört zerschlagen.

Wenn ich es bestimmen darf, dann in dom43 bitte kein Abschalten des digitalem Glas Wasser!


#13

ich weiß ja nicht wie schwer oder groß der Aufwand ist. Aber für einen Tag wird Freifunk ja sicher eine Vorschaltseite verkraften. So würden auch “Neu-Nutzer” an diesem Tag von Freifunk erfahren und dann merken, das ist sonst ja noch viel bequemer.

Die Vorschaltaktion würde hier eher um Aufmerksamkeit bitten statt Protest.
Noch sinniger wäre es, wenn alle Freifunk-Initiativen gemeinsam eine Vorschaltseite für diesen Tag machen würden mit dem Hinweis auf eine Petition, die es schon gibt, um der ein bisschen Schwung zu verleihen.

https://www.change.org/p/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter-artikel13-saveyourinternet

Klingt zwar jetzt aufwändig und alle FF-initiativen werden nicht mitmachen, aber wenn auch nur die Münsterland- Region mitmacht, wären hier einige tausend Nutzer erreichbar, um sie darauf hinzuweisen.
Denn das stumpfe Offline-gehen ohne Hinweis außer per Mail, Forum, Webseite o.ä wird die meisten Nutzer dazu verleiten “funktioniert heute nicht, nehme Mobilfunknetz.”

Da die Wikipedia hier ein großes Wissenswerk ist, hat sie jedoch ein bisschen mehr Handhabe mit dem Protest eine Wirkung zu erzielen, statt einfach das Internet zu kappen. Denn letztendlich sind viele auf Wikipedia angewiesen. Und sie schaltet ja immerhin sofort eine Seite, die den Grund sofort bekannt gibt…


#14

Oder Sie sagen, siehste “funktioniert immer nicht, nehme ich immer Mobilfunk”.
Damit versaut man sich schnell den Ruf und den wahren Unterschied später herauszuarbeiten wird bei unserer “technikaffen … äh technikaffinen Umwelt” wohl kaum funktionieren.


#15

Auf zulip.freifunk-muensterland.de haben wir diskutiert ob wir ggf ne Landing Page nehmen wollen, sprich alle Landen auf ner Infoseite statt “netz ist aus”. Vorschlag kam aus Twitter. Vermutlich Thema für morgen abend.


#16

Die Anfrage bei der WN ist auf positive Resonanz gestoßen, im Westfalen Teil wird es morgen diesen Artikel geben:


#17

Auf Twitter haben ich (als FFMS) etwas rumdiskutiert, da kam der Vorschlag einer zwangsweisen Umleitung auf eine Landingpage auf. Nach erster Begeisterung über die erhöhte Sichtbarkeit bin nun kein Freund mehr davon. Steht heute abend hoffentlich auf der Tagesordnung.

Mein Senf aus Zulip
Ich habe da noch ein wenig nachgedacht. Hier mein aktueller Stand:

  • In das Netz einzugreifen und den Traffic per Routing auf eine Landing Page zu senden die Anti-Urheberrechtsreform Content ausspielt heisst das wir das Netz aller Communities und aller Freifunkter die irgendwo einen Router im FFMS Netz haben für politische Zwecke hijacken. Ich halte das für viel zu übergriffig. (Technisches Szenario: Umleitung allen Traffics auf einen Webserver im FFMS Backbone, wer zufällig nen Browser benutzt bekommt zwangsweise den FFMS -EU-Urheberrechtscontent (das ist KEINE Vorschaltseite).
    Alle anderen Dienste (Mail, Messenger, whathaveyou) sind kaputt.
  • In das Netz einzugreifen und per DNS eine Art “Vorschaltseite” einzubauen von der man dann auch wieder weg kommt und das Netz nutzen kann wäre ähnlich übergriffig wenn auch nicht ganz so pentrant. Meine Meinung dazu ist auch wurscht da wird das bis Mitternacht nicht mehr realisiert bekommen.
  • Da finde ich das Modell: Wir schalten die zentrale Infrastruktur ab -> Router gehen auf “FF_OFFLINE” deutlich akzeptabler. Mesh geht ja noch :wink:

Dementsprechend bin ich kein Freund der Landing Page mehr, das geht mir einfach zu weit - unabhängig ob es in der Öffentlichkeitswirkung vermutlich viel weniger sichtbar ist.

Link zum Protokoll von heute: https://wiki.freifunk-muensterland.de/display/FREIF/2019-03-20+-+Protokoll+Freifunk-Treffen


#18

Folgende Domänen werden auf Wunsch der lokalen Freifunker nicht abgeschaltet:

  • 13, 35, 36, 43, 50, 69, 71, 74

#19
apt-get install at
echo 'systemctl stop tunneldigger@*; for i in 13 35 36 43 50 69 71 74; do systemctl start tunneldigger@$i.service; done' | at midnight
echo 'systemctl start tunneldigger@*' | at '12:00 AM 03/22/2019'

Admintagebuch - Dokumentation der Admintätigkeiten
#20

Kann @jotzt nur zustimmen. Das ist eine schlechte Aktion.
Mich und weitere Nutzer, die sich auf das Netz verlassen haben, hat geplante Abschaltung heute morgen voll getroffen, ohne dass wir im Vorfeld groß informiert wurden.
Meine Bitte: Ändert wenigstens die FF-Webseite mit einem großflächigen Banner “Netz ist absichtlich offline” oder so, denn aus dem aktuellen, unscheinbaren Eintrag geht gar nicht unmittelbar hervor dass heute alles aus ist (“Demo” oder “Protest” != “Freifunk Offline”).
Gruß