Router für viele Clients

Für die Ausstattung einer Sporthalle gibt es eine Hardwareentscheidung fallen. Durch den offenen Raum ist Reichweite kein Thema, die Geräte stehen geschützt im “Geräteraum” :slight_smile: Allerdings fallen bei Heimspielen 100 Clients und mehr an. Aus Kostengründen war bisher geplant nur einen 1043 einzusetzen, was für den Alltag sicher ausreicht. Die Frage ist also: Was passiert mit dem wenn 50 oder wenn 100 Clients sich mit dem Verbinden wollen. Und was wäre die Alternative?

Ich habe gesehen, dass die Unifi AP für viele Clients eingesetzt wurden. Aber wieviel können die wirklich, wie unterscheiden sie sich in Sachen Clientzahl untereinander (im Preis durchaus Faktor 2). Und schließlich: bräuchte man dan trotzdem einen 1043 (früher wegen fastd scheinbar unerlässlich, aber heute)?

Kann jemand hier Links oder Erfahrungen beisteuern?

Ds Problem ist nicht der Router, sondern die Airtime.
Ggf. einen oder zwei weitere kleinen 841 dazu stellen und das Clientnetz noch auf Kanal 6 und 11 ausstrahlen. Diese werden dann mit Mesh on LAN an den ersten 1043 oder auch 941 (reicht aus) verbunden.

Günstige und einfache Lösung.

BTW. Du kannst dann auch den ersten Knoten (1043/942) nur mit mesh laufen lassen und somit Airtime auf Kanal 1 nur auf für den Mesh “freigeben”. (Ich denke es geht um die gleiche Turnhalle wie bei: Knoten zeitweise abschalten - cron oder Zeitschaltuhr)

Heißt das zwei 940er würden (richtig konfiguriert) mit mehr clients umgehen als ein Unifi AP. In verschiedenen Tabellen (unter anderem im Münsterland- Wiki) habe ich eine Spalte zur maximalen Clientzahl gesehen, bei den Unifi steht 100. In unserer Bürgerhalle ist (wohl deshalb?) so ein Teil zum Einsatz gekommen. Was nützt die Clientzahl, wenn der Kanal voll ist? Irgendwas übersehe ich doch hier?

P.S. Soweit ich weiß wurde dort auch am Glas gespart, ich vermute der Uplink hat 16 MBit.
P.P.S.: Ja, das ist die Halle, die morgens nicht beleuchtet wird.

@l8com
Nein der 841 kann (CPU schwach) natürlich nicht mehr als ein Unfi. Aber zwei 841 können eine kleine Anzahl auf unterschiedlichen Kanälen befeuern und per Mesh an einen weiteren CPU starken Knoten weitergeben (MoL) der dann den VPN Tunnel macht und ggf. auch das MoW für andere Knoten bereit stellt.

Nochmal zur Verdeutlichung wie ich es versuchen würde:

  • 940/941 auf Kanal 1, MoL on, MoW on, MoVPN on, Clientnetz aus. (immer laufen lassen, Skipt nicht notwendig da kein Clientnetz)
  • 841 auf Kanal 6, MoL on, MoW off, MoVPN off, Clientnetz an (an den 941 per Kabel verbunden) (mit Script)
  • evt. zweiten 841 auf Kanal 11 konfig wie vor (ggf. mit Schalter für Tunier-WLAN :wink: )

5 GHz Alternative (da Indoor!):
die 841 tauschen gegen einen WDR3600, 2,Ghz auf Kanal 11, ansonsten wie 841 und eben auch das Clientnetz wird zusätlich noch auf 5 Ghz ausgegeben.

Alles klar, so werde ich’s bauen.

Ein paar Fragen noch zum Verständnis:

  1. Wenn ich auf WLAN-Mesh verzichten würde (nicht so gerne), dann könnte ich auch Clientnetz auf dem 940 an lassen und das dritte Gerät einsparen, richtig?
  2. Braucht die eine Meshverbindung tatsächlich so viel Airtime, dass ich das Clientnetz nicht damit belasten will?
  3. Wenn ich das Clientnetz auf dem 940 ausmache - bekomme ich dann über das Mesh zusätzlichen Uplink?
  4. Warum haben wir in der Bürgerhalle den Unifi verbaut, wenn es auch so geht? Das war noch zu fastd-Zeiten, den Offload macht ein 1043 ohne Funk.
  5. Fast hätt’ ich’s vergessen: Zum Umschalten:
    uci set wireless.radio0.channel=‘11’; uci commit
    ? Ist das Updatefest?

Ich würde ein Gerät empfehlen, was 2,4 und 5 GHz kann, ggfs. nur mit Originalfirmware und dann hast du 2x2,4 und 1x5 GHz, das sollte schon für 60-70 Geräte reichen, die das Netz halbwegs produktiv nutzen können.

Die UAP (Ufo) Serie hat da ein paar schöne Geräte.

Grüße
Matthias

  1. Könntest Du, darfste nicht. :wink:
  2. Ich würde meinen ja. Irgendwann ist das mesh auch weg, wenn zu viele Cleints dran hängen. Also ist das eher positiv für den Mesh-Knoten.
  3. Wenn Du MoL an hast dann über LAN und wenn Du MoW an hast dann über WLAN. ;-).
    4.Sieht besser aus. Lässt sich schöner positionieren? Ist ggf. performanter aber teurer.
    5.Ich glaube “uci set wireless.radio0.channel=‘11’; wifi; uci commit” Oder nach dem commit ein reboot. Updatefest?@mpw ich glaube ja?!

Ich glaube ein komplett separater Router ist etwas übertrieben. Es sei denn, du willst wirklich selbst über WLAN zu einem anderen Gerät meschen. Ansonsten wünschen wir uns - und das wurde auch so in den Nutzungsbedingungen festgehalten - dass an jedem Standort ein Router steht, der mescht. Dort kannst du aber eigentlich Mesch- und Clientnetz aktivieren, einen deduzierten Router brauchst du dafür nicht.

Ne nicht direkt. Aber es gibt in Gluon v2016.2 jetzt eine Option (dritter Punkt) dafür.

Grüße
Matthias

Für das Update lese ich daraus: Beim nächsten Update, muss ich noch einmal drauf - danach nicht mehr, richtig?
Wieviele Clients ich durch das MoW weniger versorgen kann, scheint unklar zu sein. Andererseits ist mir auch nicht klar geworden, ob die Clients einen Vorteil aus dem zusätzlichen Uplink über Mesh haben (die Kiste hängt ja per Kabel an einem langsamen (16 Mbit) Anschluss und wird eine gute Meshverbindung zum nächsten Knoten haben. Gerade weinige Clients könnten theoretisch mehr Bandbreite haben, wenn MoW an ist. Für mich ist der umgekehrte Fall auch interessant, weil die Rocket draußen (der auch etwas in die Halle leuchtet) sehr stark frequentiert ist und auch nur 16 MBit Uplink hat.

Ich werde mit einem 941 mit MoW on, MoVPN on, MoLAN on und Clientnetz on (also alles on) sowie einem 841 mit MoL on, Client auf Kanal 11, Rest aus starten und dann mal bei der nächsten Veranstaltung messen. Ich werde berichten. Danke für die Unterstützung.

1 Like

Es kann noch komplizierter sein… :slight_smile:

Wenn du mehrere Router aufstellst dann achte darauf wo&wie.
Wenn du mehrere Kanäle betreiben willst dann sollten die möglichst identisch sein (Gerät, Antenne) und entweder an einem Ort oder “geplant” denn dann hast du:

Das Problem: Clients bleiben an einem AP “kleben”.
Das ist der erste den sie sich greifen. Wenn da einer stärker ist (z.b. im da wo die Leute reinkommen) dann bleiben die da, auch wenn der Kanal voll ist. Zumindest solange bis sie aus verschiedenen Gründen rausfliegen.
Das zeigt sich dann darin das alle Clients auf einem AP höngen während auf den anderen “nichts los ist”.

Höufiges Mißverständnis ist das Clients das “schlau” machen. Machen sie nämlich nicht. Sie versuchen an einem Kanal zu bleiben - so lange es geht.
Hat auch damit zu tun das Clients nicht in der Lage sind zu schauen wie es auf anderen Kanälen aussieht ohne den Kanal zu wechseln - was man ja i.d.r nicht möchte da in dem Moment keine Daten übertragen werden können.

Wenn man also einen großen Saal mit vielen Menschen drin hat dann:

  • Verringert man die Reichweite (z.b. durch Reduktion der Sendeleistung und durch raufsetzen der Minimalen Geschwindigkeiten)
  • Baut man die APs eben nicht “über den Menschen auf” (da dann alle alle APs sehen) sondern z.b. in Kniehöhe (Menschen dämpfen gut)
  • Verwendet man APs die koordiniert vorgehen können (typischerweise braucht man dann einen Controller). Dieser entscheidet dann das Client X an AP y doch besser zu AP z geht. Das geht dann auch kaum gezielt sondern der Client fliegt bei y raus (und sucht sich was neues).
  • Bei den UBNT Geräten kann man das auch künstlich machen indem man dem AP sagt das er alle Geräte mit einer RSSI < n rauswerfen soll.
  • Oder man begrenzt die Anzahl der Clients pro AP.

^^ all das wirst du bei 100 Clients vermutlich nicht brauchen wenn du die Router nicht im Raum verteilst/verteilen musst.

Wie @MPW würde ich auch vorschlagen das mal mit einem AC Dual-Channel Ufo zu probieren. Wenn Gluon dann 802.11b abschalten. Wenn man Geräte verwendet die Airtime Fairness unterstützen ist das auch keine schlechte Idee.

1 Like

Jein. Bei High-Density willst du deine Airtime optimal nutzen. Ergo will man das vermeiden.

Die ganzen Werte “kann X clients” sind nicht absolut zu sehen und höchstens ein Anhaltspunkt da dies .z.b. davon abhöngt was die Clienst machen und wie gut (=schnell) die Verbindung zu ihnen im Schnitt ist.
Sprich wenn der Geräteraum ein Stahlbetonverschlag ist und z.b. da kaum was rauskommt werden die Clients langsam verbinden und die Airtime ist im Eimer sprich mit wenigen Clients geht schon nichts mehr. D.h. das sollte man vielleicht mal kurz testen. Ach so und wenn Menschen drin sind wird der Empfang natürlich deutlich schlechter sein.

Wenn es nur darum geht 100 Clients einzubuchen dann reicht der 1043er.

Die Faktoren die in die Qualität der Verbindung in einer bestimmten Situation eingehen sind vielfältig. So vielfältig das sie nur begrenzt vorhersagbar sind.
Was man verstehen muss ist das dies (so wie wir es betreiben) weder Wissenschaft noch Engineering ist sondern Heuristik, Erfahrung und Raten ist.
Auch bekannt als Magic. :wink:

Was nicht reicht ist sich Hardware auszusuchen und dann ein definiertes Ergebniss erhalten.

D.h. bei 100 Clients die auch mal was machen (wobei man jetzt noch über Nutzungsprofil spekulieren könnte) wird das mit einem Kanal nicht reichen. Sagt die Erfahrung. Und 2-3 wirst du vermutlich Airtime technisch schon ganz gut unterwegs sein. Aber es gibt halt noch andere Dinge die dies beeinflussen…

Nur um deine Erwartungen zu justieren :slight_smile:

1 Like

Ui, ich hab’s geahnt - alles nicht so leicht. Bei soviel Input möchte ich natürlich nicht auf halbem Weg stehenbleiben:

Wenn ich der Empfehlung “AC Dual-Channel Ufo” (ich nehme an, gemeint ist “Unifi AP AC lite”) folge, hängen die Clients doch auch alle auf dem Kanal, den sie als erstes bekommen (mit Sicherheit immer der gleiche). Das würde sich doch clientseitig nicht nur auf den Kanal sonder auch auf 2,4GHz/5GHz beziehen, richtig?

UBNT wirbt mit “Pushes Clients to faster interference-free 5 GHz Channels”. Aber das kann doch nur die Stockfirmare, oder? Das hieße, wir haben in der Bürgerhalle einen Fehler gemacht, in dem wir ihn geflashed haben.

Die Planung ändert sich mit euren wertvollen Hinweisen täglich: Mein Stand im Moment:
Entweder (billig) ein 941 - alles on.
Oder (best): 941 MoW, MoVPN, MoL on, Client aus + Unifi auf stockfirmware (ggfls 2).

Die dritte Variante: 941 MoW, MoVPN, MoL on, Client aus + 941 MoW off, MoL on, Client on
würde dann noch die Billigvariante um die Airtime vom Mesh entlasten, ist aber fast so aufwendig wie die Variante mit Ufo.

Alles andere macht keinen Sinn, wenn ich eure Erläuterungen richtig verstanden habe.

Die Geräte von Ubiquity, die Dualband können, verschieben Clients automatisch zwischen den Bändern. Ob das auch unter Gluon funktioniert, weiß ich nicht.

Aber, mach es dir nicht zu kompliziert. Ich würde erstmal mit einer kleinen Installation anfangen und wenn das nicht reicht, ein weiteres Gerät aufbauen.

Ich habe das in Nottuln in einer kleinen Flüchtlingsunterkunft auch gemacht. Erst ein Router und weil da immer 50 Clients drauf waren, habe ich einfach einen zweiten auf einem anderen Kanal daneben gestellt und schon lief es besser. Und falls nötig, bietet man eben noch einen dritten Kanal an, optimaler Weise auch 5 GHz.

Grüße
Matthias

2 Like

Ja, für die Sporthalle fangen wir mit nem 1043 an, sehen dann wie’s läuft und rüsten nach, falls nötig. Außerdem kann man die Zusammenhänge nicht komplett erfassen (“Magic”). Aber ich würde schon gerne noch ein bischen mehr verstehen. Z.B. würde ich nach der langen Diskussion meinen, dass wir das Ufo in der Bürgerhalle auf Stockfirmware zurücksetzen müssten. Wenn die Ubiquity-Firmware die Leute auf die Kanäle verteilt, wollen wir auf dieses Feature bei größeren Veranstatlungen wohl kaum verzichten, oder? Das Ufo hängt an ner 1043 mit WLAN off (braucht noch jemand drei Antennen?) und die hängt am Glas.